Stell Dir vor, Du bist ausgewandert. Ein fernes Land Deiner Träume. Du hast Dir einen Jugendwunsch erfüllt. Eine eigene kleine Bar in Strandnähe. Der Weg dorthin war in Wahrheit keineswegs so einfach, wie Du es Dir vorgestellt hast. Es gab Herausforderungen und Rückschläge. Du hast viel gelernt. Aber inzwischen läuft der Laden prima. Viele Stammkunden. Du arbeitest nur mehr, wann und wie viel Du möchtest. Du bist raus aus Hamsterrädern, Tretmühlen und toxischen Verhältnissen. Ja, rein technisch betrachtet bist Du Barbesitzer. In Wahrheit hast Du Dir aber ein ganz anderes Lebensgefühl erarbeitet. Exakt darum geht es in einem digitalen Geschäftsmodell.
Ein Lebenstraum ist kein schnelles Geld
Beginnen wir mit zwei Abschnitten, die ganz offen sagen, was Sache ist. Stell Dir vor, Du pflanzt einen Olivenhain oder einen Weinberg an. Es wird eine gute Zeit dauern, bis diese Arbeit wirklich Früchte tragen wird. Das wird am Anfang viel Arbeit sein. Du hast keine Garantie, dass Du vom Unwetter verschont bleibst. Es wird dauern, bis richtig Geld reinkommt. Aber Familien, die das klug begonnen haben, betreiben dies inzwischen oft schon in fünfter Generation. Digitale Geschäftsmodelle sind ähnlich, nur schneller. Es ist Deine Entscheidung, ob Du weiter mit schnell reich werden oft ziemlich schnell arm wirst. Oder diesmal Nägel mit Köpfen machst.
Lebensträume haben eine steile Lernkurve vor sich
Gründest Du ein gehobenes, modernes Restaurant, reicht es nicht aus, gut kochen zu können. Es braucht Warenkunde und Gerätekunde. Du musst betriebswirtschaftlich viel verstehen, um Dich nicht in den Abgrund zu kalkulieren. Du musst Marketing können, weil wenn niemand weiß, dass es Dich gibt, hilft der beste Teller nichts. Der Betrieb muss in jeder Hinsicht rechtssicher sein. Du musst Personal auswählen und führen können. Du brauchst Selbstmanagement und Selbstfürsorge, sonst drohen Scheidung und Burnout. Nicht alles wirst Du selbst machen. Aber überall fit genug sein müssen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Kurz um ein Unternehmer (w/m) sein. Gilt auch für digitale Geschäftsmodelle.
Beim Lebenstraum in Lösungen statt in Produkten denken
Ich brauche einen Newsletter oder Ich will Texte, die besser verkaufen sind kein digitales Geschäftsmodell. Das ist Ahnungslosigkeit zum falschen Zeitpunkt. Oder Gutgläubigkeit, weil die anderen machen das ja auch. Produkte sind keine Lösung. Werkzeuge können Helfer sein, aber nicht der Weg. Die meisten betreiben ihren Internetauftritt so, als würden sie in Powerpoint ihre Buchhaltung machen, in Word die Kundendatenbank verwalten und in Excel wird jedes Werbeplakat gestaltet. Weil bei Facebook haben sie in der Gruppe gesagt, dass das geht.
Kenne Deine Motivation für Deinen Lebenstraum
Bevor Du ein digitales Geschäftsmodell angehst, solltest Du Dir ein paar Fragen stellen und sie Dir selbst ganz ehrlich beantworten. Oder bitte einen Freund (m/w), der gnadenlos offen ist. Erste Frage: Ist Geld für Dich der oberste Antrieb? Daran ist nichts verwerflich. So manches Glück wird so viel leichter, wenn Geld da ist. Beispielsweise weil deswegen die Leute freundlich zu Dir sein müssen. Ein digitales Geschäftsmodell des Geldes wegen ist eine gute Idee. Sehr. Nur halt kein schnelles Geld sofort.
Oder sind es weiche Faktoren? Das Geld nimmst Du billigend gerne mit? Ist auch denkbar. Du kannst ein digitales Geschäftsmodell so betreiben, dass es nicht nur Dein Hobby oder Deine Herzensangelegenheit finanziert, sondern dass noch etwas regelmäßiges Zusatzeinkommen bleibt. Digitale Geschäftsmodelle sind sehr gut skalierbar. Gehört zu ihrem Grundprinzip. Das bedeutet letztendlich, Du kannst, musst aber nicht. Häufige Motivation ist bei vorausschauenden Menschen auch der Aufbau einer späteren Zusatzrente.
Oder doch einen Lebenstraum nach Pain und Gain?
Berufstätige Menschen stehen jedoch meistens unter Herausforderungen, bei denen sie noch nicht am Schirm haben, dass genau dafür ein digitales Geschäftsmodell die Lösung sein kann. Das noch sollte sich nach Lektüre meiner Website erledigt haben. Oft sind es Hoffnungen (Gain), aber meistens doch Schmerzpunkte (Pain). Lass uns daher prüfen, ob davon etwas auch bei Dir zutrifft:
- Unsicherheit über die berufliche Zukunft: Dein Job wankt, macht künftig die KI oder Dich einfach nur krank.
- Zeitmangel: Du schuftest 60 Stunden die Woche, es kommt wenig dabei raus. Freunde, Familie und Hobbys sehen Dich nur selten. Dein Motorrad zerfällt apathisch im Schuppen.
- Fehlende Flexibilität: Du bist eingesperrt in einen Käfig von sinnlosen Regeln, entmündigenden Strukturen und toxischen Kollegen oder Chefs.
- Keine berufliche Erfüllung: Du machst etwas, weil Du es gut kannst und es Dich ernährt. Und es steht Dir zum Hals raus.
- Finanzielle Abhängigkeit: Fällt der eine große Kunde weg, ist auch Dein Einkommen weg. Oder wenn die Umfahrungsstraße fertig ist.
- Begrenzte Reichweite: Was Du jetzt machst, reicht gerade so. Aber es ist auf Deinen Umkreis beschränkt. Und die Leute sterben weg.
- Eingeschränkte Skalierbarkeit: Du hast Null Perspektive, mehr zu verdienen oder fürs gleiche Geld die Hälfte zu arbeiten.
- Keinerlei Sinn: Du lügst Dir in den Sack, Deine Sache würde Sinn für Dich und andere machen. Niemand bemerkt, wenn Du zwei Wochen krank bist. Außer die Personalabteilung und die Lohnverrechnung.
- Soziale Isolation: Du lieferst gute Arbeit ab, schickst sie ab und bekommst manchmal eine Rückmeldung. Dabei siehst Du wochenlang niemanden. Da Du Experte in Deinem Bereich bist, kannst Du Dich maximal mit künstlicher Intelligenz auf Augenhöhe austauschen.
- Mangel an Innovation: Du machst seit 30 Jahren dasselbe. Gut, aber dasselbe. Du empfindest es inzwischen wie 30 Jahre lang jeden Tag gefüllte Paprika als Mittagsmahlzeit.
- Autonomie und Selbstbestimmung: Niemanden interessiert, wie es Dir dabei geht und Du tanzt in Wahrheit ungewollt nach jedermanns Pfeife.
- Passives Einkommen: Endlich Einkommensströme, die auch dann fließen, wenn Du am Berg Wandern bist oder einfach nur am See die Füße baumeln lässt.
- Standortunabhängigkeit: Du hast es satt, Woche für Woche unbezahlt unzählige Stunden zu pendeln. An einem Ort wohnen zu müssen, wo es für Dich einen Job gibt.
- Kreatives Austoben: Dein aktueller Bereich ist so spannend wie Radiergummicontrolling im anonymen Großkonzern. Von Bericht zu Bericht. Streng nach Konzernrichtlinien. Alle 2.500 Seiten davon.
- Netzwerken: Einmal warst Du raus aus dem Hamsterrad. Vor Jahren in einem Urlaub. Am Strand absolut Gleichgesinnte getroffen. Das letzte Mal, als Du unter Menschen richtig glücklich warst.
- Persönliche Entwicklung: Du hast einen bestimmten Punkt im Leben erreicht und fragst Dich, ob das jetzt wirklich schon alles gewesen sein kann.
- Finanzielle Freiheit: Schluss mit der ewigen Tretmühle, wo jedes Mal am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist.
- Mehr Selbstfürsorge: Ja, Du bist richtig gut darin, Menschen 1:1 zu betreuen. Und lügst Dir immer noch vor, wie sehr Dich das in Wahrheit auslaugt und beansprucht.
- Verteilung der Einnahmequellen: Nix ist fix im Leben und die Realität stört immer zum falschen Zeitpunkt. Mehr Standbeine, damit die Welt nicht untergeht, falls eine Einnahmequelle einbricht. Oder unerwartete Belastungen auftreten.
Fazit und Zusammenfassung
Bei einem digitalen Geschäftsmodell gründest Du zwar Einkommensquellen, ermöglichst Dir aber vielmehr eine Lebensphilosophie. Es wird kein schnelles Geld sein, kein Reichwerden, ohne etwas dafür zu tun und die Lernkurve wird steil. Befreie Dich davon, in Produkten statt Lösungen zu denken. Hinterfrage Deine wahre Motivation, denn daraus wird das Ziel. Erforsche komplett ehrlich mit Dir selbst, wo Du aktuell wirklich stehst und wo wirklich der Schuh drückt. Falls es anschließend bei Dir Klick im Kopf gemacht hat, weißt Du ja, wo Du mich findest.

