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Sabine Krömer

Sabine Krömer • Kreative Texte mit Herz

Sabine Krömer aus Nordrhein-Westfalen ist eigentlich offiziell im Unruhestand. Dennoch betreut sie weiterhin treu ihre Kunden als Texterin mit Herz. Ihr Slogan ist dabei kein Werbespruch, sondern gelebte Wirklichkeit. Sie begleitet ihre Ansprechpartner empathisch und mitdenkend. Professionelle Texte ohne Sprachautomat sind im Paket inbegriffen. Ihr handwerkliches Talent zeigt die gelernte Tischlerin mit kreativen Lösungen. Belesen, wie sie ist, kannst Du ihren Buchempfehlungen stets vertrauen. Im Interview schenkt sie uns einen Blick hinter die Kulissen und zeigt den Menschen hinter der Autorendienstleitung.

Warum ausgerechnet Dich?

Welche Sorgen und Hoffnungen muss jemand haben, damit er oder sie genau Dich braucht?

Die Menschen, für die ich schreiben darf, brauchen mehr als Text. Den können sie unter Umständen auch allein oder mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz. In meiner Zielgruppe, kleine Unternehmen und Privatpersonen, kamen diese Sorgen wiederkehrend vor:

Kleine Unternehmen oder Soloselbstständige möchten neben der reinen Textarbeit vor allem jemanden, der auch frische Ideen liefert. Sie kennen sich natürlich mit ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung bestens aus und glauben, ein monatlicher Newsletter, Blog oder Beitrag bei Social Media wäre überhaupt kein Problem. In der Realität hingegen geht ihnen meist nach spätestens einem Jahr die Puste aus und sie wissen nichts mehr zu schreiben. Die öffentliche Kommunikation schläft ein. Künstliche Intelligenz hilft ihnen auch nicht wirklich weiter, denn wenn KI etwas vorschlagen soll, muss ihr zunächst der passende Input gegeben werden. Exakt daran scheitert es aber.

Mir gehen eigenartigerweise nie die Ideen aus. Das empfinden meine Kunden als sehr entlastend. Sie brauchen sich nicht mehr den Kopf zu zerbrechen und werden auch nicht mit Fragen zum nächsten Thema von mir gequält. Ich schlage ihnen etwas vor und sie können annehmen oder sich etwas anderes wünschen. Tatsächlich kann ich mir den Vorschlag nach einer Weile auch noch sparen und gleich den fertigen Text abliefern. Sollte meine Kreativität mich einmal dauerhaft im Stich lassen, wäre es auf meinem digitalen oder analogen Papier zappenhell. Da das allerdings in den mittlerweile 11 Jahren meiner selbständigen Arbeit als Texterin noch nie passiert ist, sollte ich mir darüber wohl keine Sorgen machen. Und mich stattdessen um die Sorgen meiner Kunden kümmern 😉

Privatpersonen sorgen sich meist darum, dass sie nicht richtig verstanden werden. Außerdem glauben sie, dass ihr Anliegen viel zu klein sei und sich ohnehin niemand darum kümmern würde. Die Erleichterung, dass ich auch so kleine Aufträge übernehme, wie einen Brief zu schreiben, ist bei ihnen enorm. Was da an interessanten Aufträgen hereinkam, ist für mich ein regelrechtes Geschenk, denn diese Texte erfordern meine ganze Expertise. Sie benötigen Kreativität, sie benötigen Persönlichkeit, sie benötigen Empathie, sie benötigen Herz, sie benötigen eine menschliche Stimme. Ich liebe es, für Privatpersonen zu schreiben und in ihre Rolle zu schlüpfen. Glückwünsche, Abschiede, Kontaktanzeigen, Versöhnungsbriefe, Entschuldigungen, Jubiläen oder Hochzeitsreden. Bei all dem kann ich das einbringen, was mich hoffentlich auszeichnet: Texte mit Herz.

Wie lautet das Alleinstellungsmerkmal?

Was bekommen Menschen so nur bei Dir?

Das kann ich gar nicht beantworten, weil ich meine Kolleginnen und Kollegen nicht als Kundin beauftrage und damit einen echten Vergleich hätte. Ich muss mich auf das verlassen, was meine Kunden über mich sagen. Ich würde Dinge glasklar auf den Punkt bringen, sagen sie. Ich würde die ganze Klaviatur der Emotionen beherrschen und immer ins Herz treffen, sagen sie. Meine Fähigkeit, mit der Stimme unterschiedlicher Persönlichkeiten zu schreiben, wäre selbst einer künstlichen Intelligenz nicht möglich, sagen sie.  

Vielleicht ist es tatsächlich so, dass die größte Schwäche der künstlichen Intelligenz meine Stärke ist. Was sie nicht kann, kreativ und selbständig denken, und was sie nicht hat, nämlich ein mitfühlendes Herz, kann und habe ich.

Womöglich sind das in unserer schnelllebigen Zeit heute seltene Eigenschaften, die Sehnsüchte wecken. Nach ungekünstelter Menschlichkeit. Die jeder hat, aber nur wenige zeigen. Für meine Kunden mache ich sie sichtbar. In Texten mit Herz.

Versiert mit Holz

Viele haben nicht am Schirm, dass Du eigentlich ausgebildete Tischlergesellin bist. Was hat Dir dieser Beruf für das Leben mitgegeben und wovon profitierst Du heute noch?

Ein Handwerk zu erlernen empfinde ich nach wie vor als sehr solides Fundament für den weiteren Berufsweg. Unabhängig davon, ob der Beruf später wirklich ausgeübt wird oder nicht. Allein, weil du Respekt vor der körperlichen Arbeit bekommst. Weißt, wie es ist, bei Kälte und Hitze zu arbeiten, dreckig zu werden, Staub einzuatmen, Geduld und Achtsamkeit lernst. Im Handwerk geht nichts schnell, da ist Sorgfalt gefragt. Dieser Stolz, etwas mit eigenen Händen erschaffen zu haben, ist ein regelrecht erhabenes Gefühl. Du würdigst handwerkliche Arbeit dein Leben lang, deine eigene und auch die anderer. Jeglicher Anfall von Hochmut vor angeblich niederen Arbeiten oder Menschen ohne akademischen Hintergrund wird dir gründlich ausgetrieben.

Noch heute profitiere ich vom damals Erlernten, weil ich Kleinigkeiten, die in jedem Haushalt anfallen, selbst erledigen kann. Eine schief hängende Tür? Eine zerkratze Holzoberfläche? Ein aus dem Leim gehender Stuhl? Alles kein Thema. Kleinigkeiten, für die ich nicht unbedingt große Maschinen brauche, kann ich auch heute noch selbst herstellen. Mit Holz zu arbeiten hat etwas zutiefst Befriedigendes. Es ist ein lebendiges Material, hat eine seidige Haptik, riecht gut und ist sehr nachhaltig. Selbst wenn es verbrannt wird, ist es noch einzigartig in seiner Wirkung. Die Wärme eines Holzofens und die daraus resultierende Atmosphäre in Haus oder Wohnung ist mit keiner anderen Art der Wärmeerzeugung zu erreichen. Behaglich. Gemütlich. Natur. Ein toller Beruf, nach wie vor.

Ein Lebensabschnitt mit und für Wasserbetten

Über viele Jahre hinweg warst Du als Geschäftsstellenleiterin die gute Seele des Fachverbands Wasserbett e.V. Was waren Deine schönsten Erlebnisse in dieser Zeit? Und was sollen Käufer von Wasserbetten keinesfalls machen?

Die Aktion, die wir zum 50. Geburtstag des Wasserbettes im Jahr 2018 ins Leben gerufen haben, war die größte, anstrengendste und erfolgreichste Aktion überhaupt. Sie hat die Branche ganz eng zusammenwachsen lassen, den Teamgeist gefördert und die Öffentlichkeit wachgerüttelt. Auf einmal interessierten sich wieder Menschen für ein Schlafsystem, das in den 90er Jahren einen regelrechten Boom hatte und nach der Jahrtausendwende deutlich abflachte. Schön war das und im Prinzip auch logisch. Echte Begeisterung ist immer ansteckend. Nützt nur nichts, wenn sie keiner hört und sieht. Gut, dass wir gemeinsam unsere Stimmen laut erhoben haben.

Die Menschen im Verband sind mein persönliches Highlight. Alles gestandene Unternehmer mit zum Teil über 100 Mitarbeitenden. Meine Berührungsängste waren riesig. Und komplett umsonst. Sie begegneten mir auf Augenhöhe, nein, besser: Sie haben mich wachsen lassen. In jeder Hinsicht. In punkto Arbeit erklärten sie mir nach ein paar Jahren, dass der Verband ohne mich nicht tragfähig sei. Ich sei die, die im Hintergrund alles regele und am Laufen halte. Über alles Bescheid wisse, die Arbeit mache und den Applaus anderen schenke. In punkto Persönlichkeit schenkten sie mir das Vertrauen in meine Gabe (ihre Worte, nicht meine), Texte mit viel Persönlichkeit und Herz zu schreiben und ermunterten mich zu einer nebenberuflichen Selbständigkeit. Die ersten Jahre schrieb ich nur über Wasserbetten, für viele von ihnen. Echte Begeisterung äußert sich auch in immer neuen Ideen für Texte zum immer gleichen Thema.

Käufer von Wasserbetten sollten nur eins dringend vermeiden: Messer im Bett. Ansonsten ist alles erlaubt. Kinder, die glauben, ein Wasserbett sei ein Trampolin, sollten das gern machen dürfen. Die Lust dazu verlieren sie von allein, denn kaum etwas ist anstrengender, als auf einem Wasserbett zu springen. Und auch High Heels im Wasserbett sind kein Thema. Das fällt mir nur gerade ein, weil ein Kunde das mal von mir wissen wollte. Warum auch immer. 😉

Lesen und schreiben

Profiköche denken rund um die Uhr nur ans Essen. Produkte, Methoden, Rezepte. Als Texterin bist Du unheimlich belesen. Wie viel davon ist pure Leidenschaft, wie viel vielleicht auch ein wenig Besessenheit?

Besessen vom Lesen war ich allenfalls als Fünfjährige. Meine zehn Jahre ältere Schwester hatte in jeder freien Minute ein Buch vor der Nase. Sie sah dabei so erwachsen aus, so klug, so wollte ich auch unbedingt sein. Also schnappte ich mir ein Buch, setzte mich neben sie, schlug das Buch auf und bewegte meinen Kopf und meine Augen leicht von links nach rechts, immer wieder.

So ging nämlich Lesen, ich hatte das genau beobachtet. Irgendwann guckte meine Schwester mich schräg von der Seite an und sagte: „Sabine. Wenn du lesen willst, solltest du erstmal lernen, wie man ein Buch richtig hält. Die Zahlen sind immer unten.“ So lernte ich lesen. Erst Zahlen von Buchstaben unterscheiden, später Buchstaben zu Wörtern verbinden und Wörter zu Sätzen. Irgendwann erwachten die Sätze zum Leben und ergaben Sinn. Seither lese ich und finde immer Sinn in der Lektüre. Die kindliche Neugier ist geblieben.

Mit viel Herz für andere

Du denkst Dir immer wieder Aktionen aus, in denen Du die Gemeinschaft Deines Netzwerks bei LinkedIn aktiv einbindest. Welche Momente haben Dir und Deinen Kontakten dabei die meiste Freude gemacht?

Für mein Netzwerk war es (gehe ich von den Rückmeldungen aus) unser gemeinsames LinkedIn Märchen.

Die Idee: Ich steuere den ersten und letzten Satz eines Märchens über unser aller „LinkedIn-Dorf“ bei und jeder darf sich mit einem selbst gewählten Satz beteiligen. Aus dem Sammelsurium der einzelnen Sätze gestalte ich dann ein inhaltlich sinnvolles Märchen. Für mich selbst war das die schwierigste Aktion, bei der ich mich wirklich zwischendurch gefragt habe, auf was für absurde Ideen ich manchmal komme. Diese Sätze, die da eintrudelten! Da wollte es mein Netzwerk aber so richtig von mir wissen. Es hat in meinem Kopf ordentlich geraucht, mit dem Ergebnis (auf meiner Website nachzulesen) bin allerdings auch ich sehr zufrieden.

Trotzdem hat mir persönlich unsere gemeinsame LinkedIn Playlist am meisten Freude geschenkt. Jeder durfte sich einen Song wünschen, der ihr oder ihm zum Thema Verbindung einfällt, und ich habe daraus eine Playlist erstellt und sie geteilt. Noch heute höre ich diese Playlist oft und sehe vor meinem geistigen Auge bei fast jedem Song das Gesicht desjenigen auftauchen, der sich das jeweilige Lied gewünscht hat. So ist Verbindung für mich spürbar geworden, immer dann, wenn ich sie gerade brauche.

Nichts, was sich nicht lösen lässt

Du giltst quasi als der (die) MacGyver unter den Frauen. Du hast schon Dinge kreativ gelöst, bevor die junge Generation noch wusste, wer oder was ein Lifehack ist und welchen Smoothie man dazu trinkt. Bitte teile ein paar Deiner besten Einfälle und Umsetzungen.

Die meisten kreativen Lösungen sind aus der Not heraus entstanden und kommen mir selbst logisch und nicht sonderlich bemerkenswert vor. Was könnte wohl für andere auch hilfreich sein? Vielleicht dies.

Wenn du einen Esstisch hast und nur selten viele Gäste, warst du entweder so schlau und hast dich bei der Anschaffung für eine ausziehbare Variante entschieden oder stehst vor diesen Tatsachen:

  • Ihr sitzt zu zweit förmlich an einer Tafel und kommt euch etwas verloren vor.
  • Ihr sitzt kuschelig am kleinen Tisch, bei vielen Gästen hingegen bricht Chaos aus.

Es sei denn!

Du besorgst dir eine Platte in gewünschter Größe für viele Gäste. Nimm 16 mm MDF oder eine Holzplatte deiner Wahl. Diese legst du auf deinen vorhandenen Tisch, richtest die Überstände gleichmäßig aus und markierst die Ecken mit zwei Bleistiftstrichen. Sodann schraubst du an den markierten Stellen kleine Holzleisten fest (Bleistiftstrich ist innen). Behandele die Oberfläche so, wie es zu deiner Einrichtung passt. Fertig ist die professionelle Lösung für eher seltene Ereignisse, ohne dauerhaft Platz zu verschenken. Die Platte wird einfach auf den Tisch gelegt, sitzt dank der Leisten rutschfest genau, ist wegen der geringen Höhe beim Sitzen (Abstand Sitzhöhe zu Tischhöhe) nicht störend spürbar und kann senkrecht an einer Wand stehend bei Nichtgebrauch platzsparend aufbewahrt werden.

Fensterrollos kannst du unsichtbar montieren wie folgt:

Kipp deinen Fensterflügel und betrachte den Beschlag oben. Löse rechts und links je eine der kleinen Schrauben (nur lösen, nicht rausdrehen). Nimm ein Stück Maurerschnur (sehr stabil), wickle es um die Schraube, ziehe die Schraube samt Schnur unter deren Kopf wieder fest und verfahre bei der zweiten Schraube ebenso. Nun fädelst du die Maurerschnur noch durch die Ösen, die an jedem Rollo sind und verknotest zum Schluss die Schnur. Dein Rollo hängt sicher und fest, ohne dass dein Vermieter Schnappatmung bekommt, weil du ein Loch in seinen Rahmen gebohrt hast und auch ohne dass dein Fenster nicht mehr richtig schließt, weil die kleinen separaten Metallhaken, die du fast genommen hättest, dies verhindern.

KI und die Zukunft der Texter (m/w)

Künstliche Intelligenz verändert gerade, wie wir arbeiten und denken. Welche positiven und negativen Einflüsse hat sie auf Deine Arbeit und Dein Wirken?

Künstliche Intelligenz kann, wie alle neuen Entwicklungen, Segen oder Fluch für die Menschheit werden. Es ist bestimmt ein Segen, wenn künstliche Intelligenz Arbeit erleichtert, aber es wird sich als Fluch erweisen, wenn Menschen wegen KI aufhören zu denken. 

Ich habe relativ lange gezögert, mit KI zu experimentieren und erstmal beobachtet, was andere berichteten. Die Begeisterung war riesig. Dann wagte ich mich selbst ans Thema und stellte fest, dass sie (in dem Fall Perplexity) jede reguläre Suchmaschine in den Schatten stellt. Grandios. Testete ihre Kreativität (in dem Fall ChatGPT) bei der Ideensuche und war zufrieden. Gut. Schaute, was sie für einen Text ausspuckte, wenn sie an meiner Stelle die Aufgabe erfüllen würde und verglich ihn mit meinem eigenen Text. Hm.

Klar, sie war schneller als ich, ein objektiver Vergleich überforderte mich allerdings. Ich beschloss, die Entscheidung meinen Kunden zu überlassen. Kam eine Anfrage, die mich nicht mehr als 30 Minuten Zeit kosten würde, schlug ich dem Kunden oder der Kundin vor, meinen Text mit dem einer künstlichen Intelligenz zu vergleichen. Als kostenfreie Challenge, denn ich wollte es selbst wissen. Bislang war das Ergebnis so, dass ich mir vorerst keine Sorgen machen muss.

Besorgt bin ich hingegen, wenn Menschen künstliche Intelligenz nicht nur nutzen, um Arbeit zu erleichtern, sondern auch, um sich eigenes Denken zu ersparen. Mich macht es zum Beispiel wahnsinnig, wenn ich einen Begriff suche und mir dessen Name einfach nicht einfallen will. „Line Dance“ war das letztens. Also fragte ich die KI nach dem Namen eines Tanzes, bei dem alle in einer Reihe stehen, meist Cowboyhüte aufhaben und bestimmte Schrittfolgen nach Country Musik tanzen. Zack. Eine Sekunde und ich wusste, worüber ich mir sonst im schlimmsten Fall mehrere Stunden den Kopf zerbrochen hätte.

Aber! Dieses im Kopf überlegen ist wichtig für unser Gehirn. Es braucht Aufgaben und Anregungen, um nicht zu verkümmern. Wir nutzen ohnehin nur einen Bruchteil dessen, wozu es imstande wäre. Soll dieser Bruchteil höher werden, müssen wir es fordern und Neues ausprobieren. Neue Synapsen werden nur geknüpft, wenn neue Fähigkeiten trainiert werden. Vorhandene Synapsen verkümmern nur dann nicht, wenn sie benutzt werden. Was also passiert, wenn Menschen aus Zeitmangel, Langeweile, Druck, Bequemlichkeit oder erzwungener Notwendigkeit menschliches Denken an eine künstliche Intelligenz abgeben? Die Vorstellung macht mir regelrecht Angst. 

Aus dem Grund nutze ich KI nur als Maschine, die mir in bestimmten Bereichen meine Arbeit erleichtert. Ich weigere mich hingegen, sie ohne Not zu nutzen, um mir das Gedanken machen zu ersparen. Mag mein Kopf beim Denken auch noch so sehr rauchen. Was raucht, lebt und blinkt nicht nur künstlich vor sich hin.

Große Stärken und kleine Schwächen

Bei LinkedIn kennen wir Dich alle als sehr bodenständig ohne Anspruch auf Pomp und Glorie. Wo wirst Du manchmal schwach und lässt es ein wenig krachen?

Bei bestimmter Musik muss ich aufpassen, es nicht zu übertreiben. Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Als wir vor vielen Jahren im Kino „Footloose“ angeschaut hatten und hinterher noch essen gehen wollten, war ich so berauscht, dass ich auf dem Weg zum Restaurant die spektakulärsten Moves nachtanzte und zack, war meine Jeans an strategisch sehr ungünstiger Stelle gerissen. So saß ich mit fellgefüttertem Parka um die Hüften geschlungen im brütend heißen Restaurant und schwitzte vor mich hin.  

Mit 50+ glaubte ich, im Zumba Kurs mit den ausschließlich jungen Hüpfern in der Gruppe mithalten zu können. Am andern Tag wurde ich auf der Arbeit mitfühlend gefragt, ob ich Rückenschmerzen hätte und ärgere mich noch heute über meine ehrliche Antwort. Kolleginnen können so fies sein. Und nach unserem Umzug vor drei Jahren wollten Peter und ich zur Feier des Ereignisses unsere Rock ’n‘ Roll Kenntnisse auffrischen. Selbstredend mit akrobatischen Einlagen. Es ist uns beiden überhaupt nicht gut bekommen. Seither lasse ich es vorsichtshalber nur noch geistig krachen.

Wenn es einmal zu Ende geht

Was wäre Deine Henkersmahlzeit und welche schönen Erinnerungen und Gefühle verbindest Du damit?

Wichtiger als die eigentliche Mahlzeit wäre mir deren Zubereitung. Das wird mir gerade selbst erst klar, während ich über meine Lieblingsmahlzeit nachdenke. Erinnerungen fluten mich.

In meinem Elternhaus stand in der Küche ein normaler Elektroherd, auf dem meine Mutter kochte. Im Keller gab es einen alten Holzofen, der vorrangig benutzt wurde, um das Haus zu wärmen. Allerdings konnte auf ihm auch gekocht werden, was mein Vater nach seiner Pensionierung mit Begeisterung als neues Hobby für sich entdeckte. Jeden Morgen ging er direkt nach dem Frühstück in den Keller, um das Essen vorzubereiten, damit es pünktlich um 12 Uhr auf dem Tisch stand. Unabhängig davon, ob es sich um einen Schmorbraten handelte oder ein Spiegelei. Es dauerte immer gleich lang, vom Frühstück bis Mittag.  

Der Ofen wurde vorgeheizt, Asche vom Vortag entfernt, die Oberfläche poliert, bis sie einem Spiegel glich. Töpfe und Pfannen bereitgestellt. Lebensmittel auf Zimmertemperatur gebracht und geschält, geschnitten, mariniert, gehackt, geraspelt. Alles auf der Kommode daneben schön übersichtlich parat gestellt. Er pfiff dabei ein paar Lieder und wippte mit seinem Fuß. Um 11 Uhr kam sein Freund und beide öffneten ein Fläschchen Bier und prosteten sich zu. Während sie miteinander redeten, wurde gekocht (der Braten schmorte dann natürlich schon hinter der Ofenklappe zum Warmhalten weiter vor sich hin). 11:55 Uhr war das Bier geleert, das Essen fertig, der Freund ging nach Hause und Papa brachte unser Essen hoch in die Küche.

Mein Vater war schon 45 Jahre, als ich geboren wurde, und er durfte nach einem Unfall früh in Rente. Diese Kocherei im Keller habe ich als Kind erlebt und es geliebt. Meistens hockte ich auf der Treppe und guckte einfach nur zu. Spürte, wie es wärmer wurde. Lauschte seinem Pfeifen. Sog die Gerüche ein. Lauschte ihren Gesprächen. Dabei sein, mehr wollte ich nicht.  

Beim Wort Henkersmahlzeit tauchte dieser Wunsch in mir auf: Noch einmal dabei sein, wenn so gekocht wird. Mit so viel Sorgfalt, Hingabe, Liebe und Geselligkeit. Und als Mahlzeit einfache Reibeplätzchen, wie nur mein Papa sie machen konnte. So lecker, dass uns allen danach wegen der Gier so schlecht war, dass wir stöhnten, bestimmt gleich zu sterben. Aber weil es weder Todesstrafe noch Henker in Deutschland gibt und ich kein böser Mensch bin, wird das ein Traum bleiben.

Fazit und Zusammenfassung

Menschen, die mit Sabine Krömer arbeiten, bekommen eine absolut verlässliche Begleiterin, die empathisch mitdenkt. Professionelle Texte sind im Paket dabei. Da sie tatsächlich mit viel Herz schreibt, kann sie der Konkurrenz aus dem Sprachautomaten mit künstlicher Intelligenz gelassen entgegen blicken. Als gelernte Tischlerin glänzt sie außerdem handwerklich. Wenn sie nicht gerade Bücher verschlingt. Den Freuden des Lebens ist sie durchaus sehr aufgeschlossen. Kennt aber ebenso exakt ihre Grenzen. Bist Du neugierig geworden, mit ihr zu arbeiten? Besuche sie auf ihrem Internetauftritt Sabine Krömer • Texterin mit Herz.

Bildnachweis: KI.

5 Kommentare zu „Sabine Krömer • Kreative Texte mit Herz“

  1. Ein herzliches Hallo an alle, die an dieser Reihe beteiligt sind!

    Meine Güte, was tut ihr mir hier an?! Prokrastination pur – will alle Interviews lesen, jetzt sofort! Und dann ist da noch so ein leises Erschrecken: Warum finde ich diese Reihe erst jetzt?! Sie ist schlicht großartig, tausend Dank!

    Aber ich kommentiere nicht umsonst ausgerechnet bei Sabine Krömer. Denn nirgendwo sonst habe ich in einem einzigen Interview so viele lebendige Geschichten gelesen. Die allesamt auch noch Erinnerungen sind, also etwas zutiefst Individuelles. Und das ist für mich derzeit etwas, das ich mehr schätze als alles – es ist eine Art Maß. Das menschliche Maß.

    Sagte ich es schon? Danke …

    1. Lieber Willi,

      das gibt es immer dann, wenn jemand weiß, wie wichtig gute Fragen sind und diese auch noch so neutral formuliert, dass die Gedanken einfach strömen und kleine Kostbarkeiten an die Oberfläche spülen.
      Dein Kommentar hier ist übrigens auch so eine kleine Kostbarkeit. Danke dafür!

      Liebe Grüße Sabine 💚

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