Marco Kranjc ist eine Art Schweizer Messer unter den Menschen. Von der Region Maribor aus wirkt er als Berater, Autor, Redner, Tischler, Sichtarbeiter und Philosoph. Sein Motto lautet Weisheit lernen, gelassen werden, Krisen meistern und Ruhe finden. Dabei hilft ihm viel Lebenserfahrung. Marco ist weit gereist und hat in seinem Leben selbst viele Herausforderungen bewältigt. Eine vierstellige Followerzahl bei LinkedIn schätzt seine philosophischen Gedanken und Beobachtungen. Profund im Umgang mit anspruchsvollen Situationen ist er stets bodenständig und sich treu geblieben. Im interessanten Interview erfahren wir mehr über sein Leben und seine Sicht der Dinge.
Warum ausgerechnet Dich?
Welche Sorgen und Hoffnungen muss jemand haben, damit er oder sie genau Dich braucht?
Er wird wahrscheinlich etwas verwirrt sein. Und ängstlich auf das Weltgeschehen und die beruflichen und privaten Herausforderungen blicken. Wen Krisen aus dem Takt bringen und wer weiß, dass es keine einfachen Lösungen gibt, der wird bei mir richtig sein. Von mir lernen Menschen zu verstehen, dass sie Mängelwesen sind und es deshalb kein Fehler ist, sich immer wieder durchwursteln zu müssen. So ist das Leben. Und dieses Durchwursteln nennt man Weisheit. Wenn man sich hilflos fragt, was man denn tun kann, wenn man dieser Welt so ausgeliefert scheint und anscheinend nichts tun kann.
Du kommst zu mir, wenn vor Entscheidung alles im Nebel liegt. Wenn du Unsicherheit und Ratlosigkeit spürst, weil du das Gefühl hast, nichts bewegen zu können. Ich bin dort, wo Unsicherheit vorherrscht, weil ich auch gelernt habe, sie auszuhalten. Ich habe nie schnelle Antworten. Manchmal habe ich gar keine. Aber ich kann zuhören. Ich bringe die Erfahrung eines Mannes mit, der gelernt hat, dass die vielbeschworene Klarheit ein zu großes Wort ist, um sie von unseren Entscheidungen oder überhaupt von unserem Leben erwarten zu können. Denn das wirklich Menschliche ist das sich Durchwursteln. Weil wir nicht einmal vorhersehen können, was uns im nächsten Moment erwartet. Sich damit anzufreunden, lernt man von mir.
Denn in allem bleibe ich wohl auch Tischler. Es ist doch selbstverständlich, dass man während der Arbeit das Werkzeug wechselt, wenn einem das gerade benutzte plötzlich unpassend erscheint. Vieles davon findest du in meinen Büchern. Beobachtungen aus Jahrzehnten des Zuhörens, Arbeitens, Irrens und Weitergehens. Als Redner spreche ich auch über genau solche Situationen. Momente, in denen man sich festgefahren fühlt und jeder nächste Schritt einfach weiter in die Unsicherheit führt. Ich zeige, wie man damit leben und trotzdem handlungsfähig, gelassen und zufrieden bleiben kann.
Wie lautet das Alleinstellungsmerkmal?
Was bekommen Menschen so nur bei Dir?
Eine etwas ungewöhnliche Mischung:
- Einen Tischler, der schreibt.
- Einen Autor, der tagsüber Fenster und Türen baut.
- Einen krisenerfahrenen Ruhepol, der viele Jahre mit einer NGO auf dem Balkan gearbeitet hat.
- Einen Schichtarbeiter, der seine Lebenserfahrungen in Sach- und Ratgeberbüchern verarbeitet.
- Einen Redner, der Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt und vermitteln kann.
Ich bringe Handwerk, Alltag und Nachdenklichkeit zusammen, ohne daraus eine Wissenschaft zu machen. Menschen bekommen bei mir Lebensklugheit, die nicht vorgibt, mehr zu sein, als lange Erfahrung, entstanden aus Jahrzehnten Arbeit, Lesen, Scheitern, Wiederaufstehen. Ich komme ohne Coachingsprache und Denglisch aus, da wo andere mit Schlagwörtern oder Buzzwords semantische Leere hinterlassen, fülle ich Wörter mit Bedeutung. Ich will verstanden werden, nicht klug aussehen. Und verstanden werde ich, weil ich gut erklären kann. Merkt man, wenn man mit mir spricht oder meine Bücher liest.
Multitalent mit unendlicher Ausdauer
Du bist ein echtes Multitalent und übst ganz unterschiedliche Berufe und Positionen aus. Quasi ein theologisch gebildeter, schreibender, sprechender, lesender Schicht-, Kopf- und Handwerker in einer Person. Wie schaffst Du es, das alles zu vereinen und vor allem konditionell über die Bühne zu bringen?
Darüber mache ich mir nicht so viele Gedanken. Zuerst einmal sind die Kinder erwachsen und aus dem Haus. Das gibt eine Menge Freiraum. Ansonsten brauche ich keine besonderen kreativen Zeiten, Inspiration oder Energien. Im Fluss ist gut, muss aber nicht sein. Wenn ich wach bin, schreibe ich. Wenn ich schlafe, dann nicht. Die Schichtarbeit und mein Alter bringen es allerdings mit sich, dass ich schneller und länger müde bin als noch vor 10 Jahren. Also schlafe ich beim Lesen oder Schreiben öfter mal ein.
Der Autor, die Literatur und das Schreiben
Viele kennen Dich als sehr belesenen Autor. Sind das Schreiben und das Lesen für Dich eine Leidenschaft und was treibt Dich an, in beiden Fällen stets Neues zu entdecken?
Leidenschaft auf jeden Fall. Und Leidenschaft treibt eben an. Woher das kommt, weiß ich nicht, es steckt einfach in mir und begleitet mich, seit ich die ersten Buchstaben gelernt habe. Ich bin wohl einfach besessen von Wörtern und ihrer Wirkung. Mit dem Schreiben von Büchern habe ich ja erst mit vierzig Jahren begonnen. Und ich denke ja immer noch, dass man viel lesen muss, um gut schreiben zu können.
Ein Leben auf Reisen
Du bist ein vielgereister Mensch. Welche Länder und Gegenden haben Dich am meisten geprägt oder beeindruckt?
Immer der Balkan. Ich war ja früher selten dort, wo Touristen hingehen. Die Menschen sind in ihrer Gastfreundschaft voller Liebe und Herzlichkeit. Aber leider oft ebenso leidenschaftlich in ihrem Hass. Oft immer noch sehr archaisch. Dann aber auch Japan. Vielleicht steht deshalb immer noch das Wort Respekt bei mir so hoch im Kurs. Wenn Japaner eines können, dann Respekt zeigen.
Tischler aus Leidenschaft
Als gelernter Tischler bist Du quasi der slowenische MacGyver. Wann hast Du gemerkt, eine Gabe für diesen Beruf zu besitzen und was gönnst Du Dir als Tischler in Deinem Privatleben bzw. Deiner Freizeit?
Ach „Der Junge muss was lernen!“. Mit meiner Leidenschaft für Bücher konnte niemand etwas anfangen und ich bin vom Land und wusste es mit 16 Jahren auch nicht anders. Also wollte ich Orgelbauer werden. Der Orgelbauer: „Wir nehmen lieber Schreiner.“
Also bin ich erst mal Schreiner geworden, dann kam die Theologie dazwischen. Also was mit Büchern. Nix Orgelbauer. Leidenschaft wohl nie. Gabe? Keine Ahnung, hat sich so ergeben. 1981 haben viele von uns eben das gemacht, was man eben machte. Als ich dann allerdings Kirche und NGO verließ, konnte ich zumindest wieder irgendwohin zurück, um meine Brötchen zu verdienen.
Privat mache ich nicht sehr viel, da mir für größere Projekte Platz und Werkstatt fehlen. Reparaturen im und am Haus sind natürlich immer nötig. Da ist es gut, wenn ich nicht immer jemanden anrufen muss. In letzter Zeit habe ich meine kleinen Maschinen durch Maschinen mit Akku ersetzt, was eine Freude ist. Und ich tue Freunden und Bekannten gern den Gefallen, ihre Fenster und Türen einzustellen.
Slowenische Erfolge im Sport
Was ist wirklich dran an dem Mythos, dass Slowenen bereits mit Flugskiern an den Beinen geboren werden? Und wie viel Anteil nimmst Du an den großen Erfolgen, die slowenische Sportler international feiern?
Das mit den Flugskiern? Na da müsste ich mal die Statistiken in Oberkrain bemühen. Ich verfolge Sport generell nicht sehr intensiv, bin aber immer wieder verblüfft über die großen slowenischen Erfolge. Ich meine, 2 Millionen Einwohner und Janja Garnbret beherrscht das Klettern so wie Tadej Pogačar die Tour de France. Und Magic Luka Dončić kann man auch fasziniert zusehen, wenn man keine Ahnung von Basketball hat.
Familienmensch und Geniesser
Du bist bekennender und praktizierender Familienmensch. Gleichzeitig ein vielbeschäftigter Mann. Wie bekommst Du das alles unter einen Hut?
Vielbeschäftigt bin ich nur, wenn ich mir selber viel Arbeit anschaffe. Ich arbeite meine normalen 8 oder 9-Stundenschichten und mache nebenher, wozu ich Zeit und Lust habe. Das ist derzeit viel Social Media, wird sicher auch mal wieder ein Buch sein, selten Seminare oder Vorträge. Ein paar kleinere Projekte mit Holz stehen auch an. Alles nicht so wild, wenn ich es nicht wild werden lasse.
Wenn es einmal zu Ende geht
Was wäre Deine Henkersmahlzeit und welche schönen Erinnerungen und Gefühle verbindest Du damit?
Nun ja, ich bin Rheinländer. Meine Familie mütterlicherseits kommt aus dem Ruhrgebiet. Mein Großvater war Bergmann im Ruhrgebiet. Meine Eltern betrieben lange eine Imbissstube, in der ich praktisch aufgewachsen bin. Was könnte meine Henkersmahlzeit anders sein als Currywurst mit Pommes?
Als Zwischenmahlzeit war die Currywurst immer gegenwärtig (nicht nur im Imbiss meiner Eltern). In meiner Lehrzeit als Tischler war ich mittags oft beim Imbiss Mäuler in Lennep. Lange vergangen. Wahres Soulfood, wenn mal nicht alles rund lief. Bis heute.
Fazit und Zusammenfassung
Marco Kranjc ist als Autor, Redner, Berater, Tischler und Schichtprofi ein Multitalent. Selbst ein Meister des Durchwurschtelns, hilft er anderen Menschen dabei, ihr Leben zu begreifen und Lösungen zu finden. Bei ihm gibt es kein Denglisch und keine heiße Luft oder Coachinggebrabbel. Er arbeitet viel und hart, außer wenn er gerade schläft. Was mit den vorschreitenden Jahren öfter vorkommt. Marco hat viel von dieser Welt gesehen, Gutes und Trauriges. Der slowenische Rheinländer (oder umgekehrt?) ist somit eine gesunde polyglotte Mischung. Als Handwerker gibt es wenig, das er nicht selbst reparieren kann. Bist Du neugierig geworden darauf, mit ihm zu arbeiten? Besuche den Internetauftritt von Marco Kranjc und folge ihm bei LinkedIn.







